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Steckbrief Chow-Chow

Weitere NamenChow, Chowdren
Größe♂ Rüde: 48-56 cm
♀ Hündin: 46-51 cm
Gewichtca. 20-32 kg
Herkunft/UrsprungUrsprung: China; Patronat: Großbritannien
FarbeEinfarbig rot, blau, schwarz, rehfarben, weiß oder creme (häufig schattiert)
FellbeschaffenheitKurzhaar (kurz, dicht, gerade, abstehend, plüschartig); Langhaar (dicht, gerade, abstehend, grob, weiche Unterwolle)
Lebenserwartung9 – 15 Jahre
Charakter/Wesenruhig, wachsam, treu, eigenwillig, eigenständig
KrankheitsgefährdungHüftdysplasie, Entropium, Magenprobleme, Hautprobleme, Glaukom, Katarakt
FCIFCI Nr:205, Gruppe 5, Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen Chow-Chow FCI Standard als PDF
AktivitätsbedarfDer Chow-Chow hat einen mittleren Aktivitätsbedarf
FutterbedarfDer Chow-Chow hat einen niedrigen Futterbedarf
FellpflegeDer Chow-Chow hat einen sehr großen Aufwand für Fellpflege
StadteignungDer Chow-Chow ist für die Stadt geeignet

Was ist typisch Chow-Chow?

Der Chow-Chow ist bei Weitem kein Hund für Jedermann. Wer mit dem Gedanken spielt, sich den schönen Hund ins Haus zu holen, sollte sich gleich von der Vorstellung einen plüschigen, verschmusten und teddyartigen Hund zu bekommen verabschieden. Das Aussehen täuscht hier nämlich gewaltig, und häufig wird der ausgesprochen eigenständige und dickköpfige Charakter des Chow-Chows gnadenlos unterschätzt.

Anfänger sollten also besser die Finger von der Rasse lassen und selbst erfahrene Hundehalter müssen sich mit einem Chow-Chow am anderen Ende der Leine oftmals ein wenig neu orientieren. Denn der würdevolle und stolze Hund lässt sich nicht zum Sklaven seines Halters machen. Er hat nur wenig Bereitschaft, sich unterzuordnen, was eine besondere Konsequenz in der Erziehung absolut notwendig macht. Mit einem „Jein“ kann der Chow demnach nichts anfangen. „Entweder oder“ heißt die Devise. Was unerwünscht ist, bleibt unerwünscht und einmal Erlaubtes wird nicht plötzlich wieder verboten.

Es ist wichtig, den Hund ausreichend zu motivieren, um beim Training mitzumachen. Leckerbissen sind da natürlich ein großer Anreiz. Allerdings verweigert der Chow bisweilen gern die Mitarbeit, wenn sich ihm eine Aufgabe nicht erschließt oder ihm sinnlos vorkommt. Viele Wiederholungen sind oftmals nötig, bis ein Trainingsziel erreicht ist. Hier muss der Besitzer einen langen Atem haben und ständig am Ball bleiben. Dies gilt besonders in der Flegelphase, wenn alle Junghunde gern ihre Grenzen austesten. Wer nachgibt und sich frustriert mit Halbherzigkeiten zufriedengibt, verliert am Ende.

Wer es aber schafft, dem Chow-Chow ein zuverlässiger Rudelführer zu sein, der hundertprozentig verlässlich ist und dem Vierbeiner zeigt, wo es langgeht, der wird einen treuen Freund an seiner Seite haben. Der Chow-Chow gilt als unbestechlich und würde seinen Menschen bzw. seine Familie im Ernstfall immer beschützen. Zur Not auch mit Gewalt oder genauer gesagt mit den Zähnen. Der Chow-Chow hat keinen „Will-to-Please“, wie so viele andere Rassen, und ist nicht leicht zu trainieren. Sondern er will eigentlich von seinem Besitzer erobert werden. Nur einem Menschen, den er für würdig erachtet, wird er sich unterordnen.

Doch trotz seines freiheitsliebenden Wesens und der (in den Augen seiner Fans) liebenswürdigen Dickköpfigkeit, ist der Chow-Chow ein sehr sensibler Hund. Er merkt, wenn er ungerecht behandelt wird, und kann durchaus sehr nachtragend sein. Übertriebene Strenge ist bei der Ausbildung unangebracht. Stattdessen sollte der Hund liebevoll, konsequent und mit haufenweise positiver Verstärkung trainiert werden. Es ist wichtig, besser keine Fehler in seiner Erziehung zu machen und ihn solide auszubilden.


Was beschreibt das Wesen des Chow-Chows?

– Unbestechlich
– Treu
– Ernsthaft
– Wenig verspielt
– Unabhängig
– Würdevoll
– Nachtragend
– Sensibel
– Stur
– Dickköpfig
– Wenig Bereitschaft zur Unterordnung
– Wachsam
– Distanziert oder abweisend gegenüber Fremden
– Stolz
– Eigenständig
– Bereit zur Gegenwehr
– Ein-Personen-Hund
– Selbstbewusst


Wie sieht ein Chow-Chow aus?

Das Aussehen des Chow-Chows ist einmalig. Er wirkt wie eine Mischung aus Bär und Löwe. Es wurde ihm sogar mal eine Verwandtschaft zu Bären angedichtet, was biologisch natürlich nicht möglich ist. Seine löwenartige Erscheinung wirkt stolz, würdevoll und majestätisch. Seine kleinen katzenartigen Pfoten tragen zu diesem Gesamtbild noch zusätzlich bei. Die Hinterläufe sind völlig gerade, was ihm einen stelzigen Gang verleiht.

Der Körper des Chow-Chows ist kräftig und seine Statur kompakt. Er hat kleine, abgerundete Stehohren, die hoch am Kopf angesetzt sind. Die Rute wird über den Rücken gerollt getragen und sie ist ebenfalls hoch angesetzt. Der Fang ist mäßig lang, der Stop nicht ausgeprägt. Der Chow-Chow hat 44 und nicht wie andere Hunde 42 Zähne.

Das wohl markanteste Markenzeichen des Chow-Chows ist seine blaue Zunge. Dabei werden die Welpen zunächst eigentlich mit einer rosafarbenen Zunge geboren, die erst mit etwa 8-10 Wochen blau-schwarz wird. Es gibt nur wenige Rassen, die solch eine Zungenfarbe aufweisen. Außer dem Chow-Chow sind dies nur noch der Shar Pei, der Miniature Shar Pei und der Thai Ridgeback. Nichtsdestotrotz kommt eine dunkle Zunge (oder zumindest dunkle Flecken darauf) gelegentlich auch bei anderen Rassen vor.

Den Chow-Chow gibt es in einer Langhaar- und einer Kurzhaarvariante.

Langhaar:

– mittellang
– gerade und abstehend
– typischer Kragen am Hals
– grobe Fellstruktur
– dichte und weiche Unterwolle
– ausgeprägte Behosung

Kurzhaar:

– weiche Unterwolle
– plüschiges Deckhaar
– dicht
– üppig
– gerade abstehend

Es gibt die Rasse in verschiedenen Farbvarianten. Dabei ist das Fell immer einfarbig. Schattierungen sind durchaus erlaubt, aber Scheckungen unerwünscht. Folgende Farben sind möglich:

– Schwarz
– Blau
– Creme
– Rot
– Weiß

Wie groß wird ein Chow-Chow?

Der Chow-Chow ist ein mittelgroßer Hund. Rüden werden in der Regel etwas größer als Hündinnen. Ihre Widerristhöhe beträgt zwischen 48 und 56 cm, während die weiblichen Rassevertreter es nur auf 46 bis 51 cm bringen.

Wie schwer wird ein Chow-Chow?

Im Rassestandard wird für den Chow-Chow kein Idealgewicht angegeben. Hündinnen sind aber normalerweise etwas leichter und bringen es auf ein Gewicht von rund 20 bis 27 kg. Rüden sind stattlicher und bringen 25 bis 32 kg auf die Waage.


Unter welchen Namen kennt man den Chow-Chow noch?

Wie genau es zu der heute bekannten Namensgebung Chow-Chow kam, ist nicht mehr eindeutig festzustellen. Es gibt jedoch mehrere Theorien. Einige vermuten, Chow ist abgeleitet vom chinesischen Wort „Gou“ (ausgesprochen etwa „kau/kou“), das einfach nur „Hund“ bedeutet. Ein anderer Ansatz deutet darauf hin, dass Seeleute, welche Handelswaren aus China mitbrachten, Kuriositäten, Neuheiten und exotische Dinge von dort als „Tschau-taschau“ bezeichneten. Dieses Wort stammt aus dem „Pidgin English“ der Seefahrer, und die plüschige Hunderasse war eben ein von dort mitgebrachter Exot.

Der Chow-Chow ist unter anderem noch unter folgenden Namen bekannt:

– Chow
– Chowdren
– Sōngshīquǎn (aufgeplusterter Löwenhund)
– Lang Kou (Wolfshund)
– Tang Quan (Hund der Tang Dynastie)
– Wonk
– Hek She (blaue Zunge)
– Hsiung Kou (Bärenhund)
– Ausstellung in englischen Zoos als „Chinesischer Wildhund“
– Kanton-Hund


Wie lange lebt ein Chow-Chow?

Die Lebenserwartung des Chow-Chows liegt bei 9 – 15 Jahren. Welche Lebensspanne er am Ende erreichen wird, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen natürlich sehr stark von seiner Abstammung. Gesunde Elterntiere, die frei von Erbkrankheiten sind, erhöhen die Chance auf gesunden Nachwuchs. Ein wichtiger Grund, Chow-Chow Welpen nur von einem seriösen Züchter zu kaufen, der Ahnung von Genetik und Zuchtauslese hat.

Es gibt aber noch eine ganze Reihe von weiteren Einflüssen auf die Lebensdauer des Chow-Chows. Du als Besitzer kannst einige davon durchaus beeinflussen. Indem Du den Chow beispielsweise gesund ernährst, ihn ausreichend mental und körperlich beschäftigst, eine gute tiermedizinische Versorgung gewährleistest und ihm auch sonst ein artgerechtes Leben bietest.


Kurze Beschreibung laut Rassestandard

Ursprungsland: China
Patronat: Großbritannien
Klassifikation: FCI-Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), Standardnummer 205
Größe: Rüden 48 – 56 cm / Hündinnen 46 – 51 cm
Gewicht: Rüden 25 – 32 kg / Hündinnen 20 – 27 kg
Verwendung: Wach- und Begleithund
Lebenserwartung: 9 – 15 Jahre
Charakter und Wesen: wachsam, treu, eigenwillig, zurückhaltend, ruhig
Fellfarben: Schwarz, blau, creme, weiß, rot


Wer wird mit dem Chow-Chow glücklich werden?

Menschen, die einen pflegeleichten Hund suchen, der leicht zu trainieren ist und als waschechter Familienhund deklariert wird, werden mit einem Chow-Chow nicht glücklich werden. Die bärigen Rassevertreter brauchen hingegen Besitzer, die Spaß an der Erziehung und Arbeit mit dem Hund haben. Die den Eigensinn und Dickkopf des Chows nicht als Nachteil ansehen, sondern als eine liebenswerte Eigenschaft und Herausforderung.

Wer einen Vierbeiner möchte, der sich gern unterwirft und seinem Halter stets gefallen will, ist mit dem Chow-Chow ebenfalls nicht gut bedient. Der Chow beugt sich seinem Herrn nicht, sondern ordnet sich ihm aus Liebe unter. Dabei hat er in der Regel eine absolute Lieblingsperson. Diese sucht er sich bereits im Welpenalter aus und davon ist er nur schwer wieder abzubringen. Wer dem Chow viel Liebe, Verständnis und Geduld entgegenbringt und in seinem Handeln stets zuverlässig und konsequent ist, wird mit einem tollen, treuen und unbestechlichen Vierbeiner belohnt. Du musst nur sicher sein, dass Du einen noch größeren Dickkopf hast, als Dein Chow-Chow.

Wer gern Hundesport betreiben möchten oder einen Joggingpartner sucht, sollte seine Rassewahl ebenfalls noch einmal überdenken. Der Chow liebt Spaziergänge, aber ist nicht gerade der agilste Vierbeiner im Hundereich. Er ist eher stoisch-ruhig und ihn bringt so schnell nichts aus der Fassung. Allerdings hat er einen ausgeprägten Wach- und Jagdtrieb und sollte darum nur in hundeerfahrene Hände. Ein Grundstück zum Bewachen wäre ideal und entspricht seinem Naturell. Der Chow eignet sich dabei übrigens durchaus für eine teilweise Haltung im Freien, womit aber keineswegs ein Zwinger gemeint ist, sondern ein Garten oder Hof.

Besitzer sollten die Pflege des pelzigen Vierbeiners übrigens nicht scheuen. Der Pflegeaufwand ist doch recht hoch und einen hübschen Chow-Chow gibt es eben nicht einfach gratis, sondern bedarf regelmäßiger Aufmerksamkeit und einiges an Handarbeit. Wer die Arbeit scheut, kann natürlich auch einen Hundesalon aufsuchen, allerdings muss der Chow-Chow trotzdem am besten täglich gebürstet werden.


Eignet sich ein Chow-Chow als Familienhund?

Der Chow-Chow ist ein Bewacher und Beschützer. Dabei würde er nicht nur seinen Lieblingsmenschen verteidigen, sondern die ganze Familie. Nichtsdestotrotz ist er kein klassischer Familienhund und dies aus gutem Grund. Er ist in der Regel einer Person besonders zugetan und sucht sich alle weiteren Freunde selbst aus. Von Fremden anfassen lassen? Da winkt der Chow-Chow dankend ab. Besuchern und Unbekannten gegenüber ist er nämlich eher zurückhaltend bis abweisend.

Trotz seiner Ruhe ist er zudem nicht gerade geduldig, wenn es um Kinder geht. Behandeln sie ihn nicht mit Respekt oder gehen ihm auf die Nerven, kann er dies ganz deutlich zeigen. Wenn nötig auch mit den Zähnen. Da er sich normalerweise nur einem Menschen unterordnet, kann er gegenüber anderen Familienmitgliedern also Dominanz an den Tag legen und dies kann zum waschechten Problem werden.

Die Haltung eines Chow-Chows in einem Haushalt mit Babys und Kindern ist darum nicht zu empfehlen. Ab dem Teenageralter ist es meist weniger problematisch, allerdings hängt viel von der frühen Prägung und Sozialisation des Chow-Chows ab. Er sollte am besten früh mit Kindern in Berührung kommen, mit ihnen Spielen und sich auch von ihnen anfassen lassen. Generell ist es immer gut, wenn er Personen jeglichen Alters kennenlernt und viele positive Erfahrungen mit ihnen machen kann.

Dennoch eignet sich die Rasse eher für hundebegeisterte Einzelpersonen oder Paare, die keine oder zumindest ältere Kinder haben.

Kinder und Chow-Chow – Was muss ich beachten?

Mit einer guten Sozialisation des Hundes allein ist es nicht getan. Auch im Zusammenleben mit seiner Familie müssen dem Hund deutliche Grenzen gesetzt werden und er muss den Respekt gegenüber allen Familienmitgliedern lernen. Dafür haben die Besitzer nach dem Kauf Sorge zu tragen. Die Kinder sollten sich gegen den Hund durchsetzen können und wie sie dies erreichen, musst Du Deinem Nachwuchs beibringen.

Außerdem ist gegenseitiger Respekt nötig. Der Chow-Chow ist kein Kuschelbär, er ist ein Tier mit eigener Persönlichkeit und die benötigt beim Chow mehr Freiraum, als bei anderen Rassen. So darf der Hund beim Schlafen oder beim Fressen beispielsweise nicht gestört werden. Grobe Behandlungen sind ebenfalls unangebracht und Kinder dürfen nicht auf dem Hund herumklettern, ihn am Schwanz ziehen und Ähnliches. Es ist ganz wichtig, dass Kind und Hund niemals zusammen alleingelassen werden. Dies gilt ganz besonders für Babys und Kleinkinder. Diese sind sehr grobmotorisch und verstehen mögliche Drohsignale des Vierbeiners nicht, was mitunter sehr schnell eskalieren kann.

Führe darum folgende Regeln ein:

– Den Hund beim Schlafen, Dösen und Entspannen nicht stören.
– Ihn in Ruhe fressen lassen.
– Nicht einfach Futter oder Spielzeug wegnehmen. Solche Handlungen am besten bereits im Welpenalter trainieren und unter elterlicher Aufsicht.
– Schlagen, Klettern, an den Ohren ziehen und Ähnliches ist absolut tabu.
– Knuddeln und Schmusen mag der Chow in der Regel nicht wirklich.
– Erlaube es Deinen Kindern nicht, den Chow-Chow Welpen herumzutragen (Verletzungsgefahr).
– Die „Hausregeln“ werden befolgt und wenn der Chow nicht im Bett schlafen darf und keine Tischreste bekommen soll, dann halten sich alle daran.

Du kannst Kinder in die Tagesroutine mit Hund einbauen und sie damit vertraut machen, was ein Hund für Bedürfnisse hat und welche Anforderungen er stellt. Sie können den Chow-Chow füttern oder helfen, ihn zu bürsten. Jugendliche können hingegen mit ihm Gassi gehen oder spielen, falls sich der Vierbeiner dazu hinreißen lässt.


Kann der Chow-Chow mit anderen Haustieren gehalten werden?

Unmöglich ist es sicherlich nicht, hängt aber vom individuellen Charakter des Hundes ab und wie gut er mit anderen Tieren sozialisiert wurde. Der Chow-Chow hat nämlich einen ausgeprägten Jagdtrieb und so sollte er besser nur angeleint in Wald und Flur gassigeführt werden. Ansonsten siehst Du Deinen sonst so genügsamen Chow vielleicht mal richtig in Aktion und über alle Berge verschwinden. Besonders bei Kleintieren im Haushalt ist demnach Vorsicht geboten.

Mit Artgenossen verträgt er sich ebenfalls nicht immer besonders gut und zeigt mitunter seine dominante Seite. Auch kleinen Rassen gegenüber ist er manchmal nicht wohlgesonnen, wegen des bereits erwähnten Jagdtriebes. Mit etwa gleichgroßen Hunden des anderen Geschlechts funktioniert ein Zusammenleben oder Zusammentreffen aber oftmals problemlos. Bei Hundebegegnungen mit gleichgeschlechtlichen Vierbeinern solltest Du besser behutsam vorgehen und die gegenseitige Sympathie antesten.

Kaufe den Chow-Chow am besten nur bei einem seriösen Züchter und frag ihn, inwieweit der Hund bereits sozialisiert wurde und wen oder was er kennenlernen durfte. Es ist auch keine schlechte Idee, den Chow-Chow in einem Welpenkurs anzumelden, damit er mit kleinen und großen Artgenossen zusammengebracht wird und diese später akzeptiert.


Gibt es Vorurteile gegenüber dem Chow-Chow?

1. Ein Chow-Chow ist aggressiv

In der Tat kann der Chow-Chow durchaus eine aggressive Seite hervorkehren. Wenn er seinen Menschen beschützen will oder sein Heim verteidigt beispielsweise. Auch gegenüber Artgenossen benimmt er sich manchmal dominant und zeigt Zähne. Allerdings hängt dies oft mit einer schlechten oder unzureichenden Sozialisierung zusammen oder schlicht mit einer falschen Erziehung. Möglicherweise wurde der Chow auch von einem unseriösen Züchter erworben. Denn normalerweise wird ein kompetenter Züchter keine Hunde verpaaren, die auch nur im Ansatz aggressives Verhalten an den Tag legen. Zu beachten ist auch, dass der Chow sehr smart und sensibel ist. Wer ihn grob behandelt oder gar schlägt oder tritt, wird mit Gegenwehr rechnen müssen. Die Rasse lässt sich nicht auf der Nase herumtanzen. In den USA weigern sich übrigens einige Versicherungsfirmen, Besitzer von Chow-Chows zu versichern, wenn solch ein Vierbeiner im Haushalt wohnt. Ganz unberechtigt ist dieses Vorurteil also nicht.

2. Kein Hund für Familien

Wie weiter oben erwähnt wird, ist an diesem Vorurteil viel Wahres dran. Familien mit älteren Kindern bzw. Teenagern werden mit dem Chow-Chow vermutlich glücklich. Aber er ist tatsächlich kein klassischer Familienhund und auch nicht wirklich dafür geeignet, um mit kleinen Kindern im selben Haus zu leben. Der Chow braucht eine Menge persönlichen Freiraum und kleine Kids können dies nicht verstehen und bedrängen den Vierbeiner mitunter zu sehr. Hinzu kommt die Eigenschaft des Chows sich einen einzigen Menschen auszusuchen (Ein-Mann-Hund) und höchstens noch einen weiteren zu akzeptieren. Er legt nicht viel Wert auf ein großes zweibeiniges Rudel.

3. Hinterlistigkeit

Der Sturkopf des Chows ist berühmt berüchtigt. Befehle befolgt er nur, wenn er einen Sinn dahinter sieht (z.B. eine Belohnung) oder gerade Lust dazu hat. Er lässt sich nicht von jedem anfassen, ist sehr selbständig und dabei meist ruhig und gelassen. Diese Eigenschaften rühren von den früheren Einsatzgebieten des Chow-Chows her. Er musste eigenständig handeln, war es gewohnt auch mal längere Zeit allein zu sein und hielt stets ein wachsames Auge auf alles ihm Anvertraute.

Der Chow will seinen Besitzer allerdings nicht hintergehen, wenn er sich beim Training nicht sofort unterordnet oder einen Befehl nach vielen Wiederholungen immer noch nicht ausführt. Er ist eben ein wenig stolz und unabhängig wie eine Katze. Wenn kein Vorteil für ihn rausspringt, wird er nicht unbedingt motiviert sein mitzuarbeiten. Dies ist genau genommen nicht hinterlistig, sondern eigentlich ziemlich clever. Und Du kannst Dir dies natürlich zunutze machen, indem Du beim Training eine Belohnung wählst, die Deinem Chow-Chow am liebsten ist.


Erziehung und Sozialisation spielen eine entscheidende Rolle bei der Charakterbildung

Schwäche erkennt Dein intelligenter Vierbeiner sofort, weshalb es wichtig ist, schon früh mit der Erziehung und dem Training zu beginnen. Mache von Anfang an klar, wer hier die Führung über das Rudel hat. Lass Dich vom teddybärartigem und putzigem Aussehen des Welpen nicht einlullen. So schwer es fällt: Unterschätze Deinen Hund bloß nicht!

Ja, Chow-Chows sind als Welpen niedlich und auch sehr verspielt. Sie benehmen sich meist anfänglich sehr gut und befolgen Deine Kommandos. Doch sobald Dein Hund in die Pubertät kommt und sich die Persönlichkeit des Chow-Chows mehr und mehr entfaltet, umso stärker zeigt sich seine Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Wie gut oder schlecht sich Dein Vierbeiner also später benimmt, hängt ganz wesentlich auch von Dir als Halter ab. Denn ein Hund ist immer nur so gut oder schlecht erzogen, wie ihn sein Halter werden lässt.

Neben den bereits erwähnten Vorteilen einer frühen und gründlichen Sozialisierung sei noch erwähnt, dass damit nicht nur andere Tiere gemeint sind, sondern der Hund auch Zweibeiner jeglicher Altersklassen kennenlernen sollte. Der Chow-Chow hat ein ausgeprägtes Territorialverhalten und ist Fremden gegenüber misstrauisch und abweisend. Besucher werden darum zunächst lautstark angekündigt, was durchaus gewünscht ist und kein Problem darstellt. Chows neigen ansonsten eher weniger zum Bellen oder gar Dauerkläffen. Diese Wachsamkeit sollte jedoch nicht zum Problem werden Freunde und Familie in den eigenen vier Wänden zu empfangen, weil der Chow sie nicht in seinem Zuhause duldet. Er muss demnach lernen, dass allein Du bestimmst, wer erwünscht ist und wer nicht.

Um den Charakter Deines Chow-Chows mitzuformen und damit sich seine Persönlichkeit zu Deinen Gunsten entwickelt, hinterfrage und unternimm Folgendes:

– Kaufe nur bei einem guten, vertrauenswürdigen Züchter
– Was hat der Chow-Chow-Welpe bis jetzt kennengelernt? Knüpfe daran an!
– Wie und in welchem Umfang wurde der Welpe sozialisiert?
– Kennt der Vierbeiner noch andere Tiere abgesehen von Hunden?
– Sorge für Familienanschluss.
– Nutze eine Trainingsmethode, die ausschließlich auf dem Belohnungsprinzip basiert. Niemals solltest Du handgreiflich werden und den Chow schlagen!
– Erziehe Deinen Hund und nimm die Hilfe einer Hundeschule in Anspruch.
– Gewöhne den Welpen an alle alltäglichen Dinge, die ihm später im Zusammenleben mit Dir immer wieder begegnen werden.
– Reserviere ausreichend Zeit pro Tag, die Du mit dem Hund verbringst.
– Biete ihm ein artgerechtes Zuhause.
– Laste den Chow-Chow nicht nur körperlich, sondern auch mental aus.
– Bleibe immer ein zuverlässiger Rudelführer. Konsequenz ist das A und O!


Eignet sich ein Chow-Chow als Therapiehund?

Eher nicht. Aus den oben genannten Gründen sollte besser von einer Ausbildung zum Therapiehund abgesehen werden. Immerhin hat der Chow-Chow einige Charakter- und Wesenszüge, die solch eine Arbeit erheblich erschweren. Er ist nicht so gut im Umgang mit Kindern, skeptisch gegenüber Fremden, lässt sich nicht gern anfassen und in der Regel ist er nur auf einen Menschen bezogen. Sein Aggressionspotenzial, der Jagdtrieb und die fehlende Bereitschaft zur Unterordnung machen ihn nicht wirklich zu einem geeigneten Kandidaten. Es mag nicht unmöglich sein, aber ein klassischer Vertreter in diesem Gebiet wird der Chow sicherlich niemals werden. Womöglich könnte er jedoch als Service-Hund für eine einzelne Person eingesetzt werden. Beispielsweise für Menschen mit einer Behinderung.


Wie unterscheiden sich Rüde und Hündin hinsichtlich ihres Wesens?

Zwar bekommen Chow-Chow-Welpen gewisse Wesenszüge in die Welpenkiste gelegt, allerdings entfalten diese sich nicht immer gleich. Je nach Haltung und Erziehung können manche Charaktereigenschaften stärker zutage treten oder nur latent vorhanden sein. Je nach Konsequenz des Halters kann sogar das Temperament des Hundes in gewünschte Bahnen gelenkt werden. Neigt der Chow-Chow zum Beispiel zum Jagen, kann durch frühe Sozialisation und Training diese Verhaltensweise kontrolliert werden.

Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass es tatsächlich Charaktereigenschaften gibt, die entweder bei Hündinnen oder Rüden etwas verstärkt zu finden sind. Pauschal lassen sich jedoch Wesenszüge nicht einfach auf dieses oder jenes Geschlecht projizieren. Hunde sind genau wie wir Menschen sehr individuell und lassen sich nicht in eine Schublade stecken.

Vorurteile gegenüber Rüden, wie beispielsweise ausgeprägtes Territorialverhalten, Aggressivität, Dominanz, Neigung zum Streunen oder starkes Markierverhalten, müssen bei Weitem nicht auf jeden männlichen Chow-Chow zutreffen, sondern können ebenso gut für Hündinnen gelten. Denn nur weil Du eine Chow-Chow Dame gekauft hast, ist diese nicht (wie über Hündinnen gern erzählt wird) automatisch leichter trainierbar oder anhänglicher.

Gute Gene und charakterfeste Elterntiere sind also nur die halbe Miete, wenn es um das Wesen des Chow-Chows geht.

Es beeinflussen noch viele weitere Faktoren, wie sich die Persönlichkeit des Vierbeiners entwickelt:

– Welche Erfahrungen wurden gesammelt (positiv/negativ)?
– Wie wird der Hund gehalten (Zwinger/Familienanschluss)?
– Umwelteinflüsse
– Erziehungsstil
– Hundeerfahrung des Besitzers
– Gesundheit
– Handaufzucht oder von der Hündin gesäugt?
– Gibt/gab es Kontakt zu anderen Artgenossen und Tieren?
– Lebensstil des Halters
– Auslastung (zu viel / zu wenig)

Für welches Geschlecht Du Dich am Ende entscheidest ist zudem für die Erziehung des Vierbeiners nicht von Bedeutung. Es ändert sich beispielsweise nichts an den Trainingsmethoden. Welches Sozialverhalten der Chow-Chow gegenüber seiner Familie oder seinem Menschen zeigt, hängt ebenfalls nicht damit zusammen, ob es nun ein Rüde ist oder eben eine Hündin.

Anstatt nach vermeintlich geschlechtsspezifischen Eigenschaften zu entscheiden, ob der spätere Welpe nun weiblich oder männlich sein soll, wäre es besser, den Züchter zu fragen. Er kennt die Charakterzüge seiner Schützlinge genau. Er wird Dir bei der Wahl des richtigen Kandidaten gern behilflich sein.

Ausnahmezustand: Verhalten der Hündin während der Läufigkeit

Mit der ersten Läufigkeit kannst Du ab dem 6. Lebensmonat rechnen, allerdings tritt sie bei vielen Hündinnen durchaus erst später ein. Einige Hundebesitzer bekommen diese erste Hitze oftmals gar nicht mit oder sind sich nicht sicher, ob dies bereits die erste Läufigkeit war, weil sie meistens ein wenig untypisch verläuft und nicht so stark ausgeprägt ist, wie die später folgenden.

Bei unkastrierten Hündinnen wirst Du zweimal im Jahr diesen Ausnahmezustand zu Hause haben. Mit der Zeit lernst Du, die Signale zu deuten, und erkennst vielleicht schon einige Zeit vor der Hitze, dass es bald wieder losgeht. Schließlich gibt es bei vielen Hündinnen in dieser Zeit Verhaltensänderungen zu beobachten. Ob und inwiefern Deine Hündin sich ändert und benimmt, lässt sich jedoch nur schwer voraussagen. Diese Zeit durchlebt jede Chow-Chow Dame anders.

Bei manchen Hündinnen kannst Du es gerade so erahnen, dass sie gerade läufig sind, andere Rassevertreterinnen sind hingegen wie ausgewechselt. Verschmust oder abweisend? Nesttrieb oder Rückzug an einen ruhigen Ort? Scheinträchtig und sie bemuttert Spielzeug als Welpenersatz? Gibt sie womöglich sogar ein wenig Milch? Du wirst es herausfinden und dieses Schema wird Deine Hündin vermutlich bei jeder Läufigkeit beibehalten. Doch keine Sorge, all diese Verhaltensweisen sind vollkommen normal und ohne einen Deckakt, ist Deine Chow-Dame sicherlich schnell wieder die Alte.

Wichtig während der Läufigkeit:

– Auf Hygiene achten!
– Eventuell der Hündin ein Schutzhöschen anziehen
– Kaufe Körbchen und Co, die maschinenwaschbar oder zumindest abwaschbar sind.
– Wegen der Blutstropfen musst Du womöglich häufiger putzen/wischen.
– Darf die Chow-Hündin aufs Sofa, sollte dieses mit einer Decke abgedeckt werden.
– Auf Spaziergängen nicht ableinen.
– Andere Hundebesitzer auf den Zustand der Hündin aufmerksam machen (Abgeleinte Rüden!)

Natürlich sind auch die Chow-Chow Herren nicht ganz sie selbst, wenn in der Nachbarschaft gerade eine läufige Hündin ist. Einige neigen zum Streuen, und versuchen von zu Hause wegzulaufen. Andere jaulen und bellen herzzerreißend nach der Liebsten und dies gern auch nachts. Und so manchem verdirbt die Sehnsucht gar den Appetit. Selbst der besterzogenste Chow kann bei einer weiblichen Verlockung also seine Manieren vergessen und bei Herrchens Kommandos auf Durchzug schalten.


Kann eine Kastration Verhalten und Wesen meines Chow-Chows beeinflussen?

Ja und Nein. Bei einer sehr frühen Kastration können Sexualtriebe durchaus unterbunden oder abgeschwächt werden. Wurde der Eingriff bei Rüden vor oder während der Pubertät vorgenommen, so benehmen sie sich später meistens neutral gegenüber Hündinnen, selbst wenn diese gerade läufig sein sollten.

Kritiker sehen solch einen frühen Eingriff in den Hormonhaushalt jedoch nicht unbedingt als vorteilhaft an, denn bestimmte Hormone sind für eine gesunde Entwicklung nötig und haben durchaus auch Einfluss auf das spätere Sozialverhalten des Hundes. Darüber hinaus ist es eigentlich laut Tierschutzgesetz verboten, einen Hund ohne medizinische Notwendigkeit zu kastrieren.

Wer seinen Chow-Chow Rüden übrigens kastrieren möchte, weil dieser unerwünschte Verhaltensweisen entwickelt hat, wird nach der OP eher enttäuscht sein. Sie ist kein Allheilmittel bei verzogenen Hunden. Dass ein Vierbeiner weniger dominant gegenüber Artgenossen sein wird oder sein Aggressionspotenzial sinkt, kann, muss aber nicht sein. Besonders sehr spät kastrierte Rüden zeigen oftmals keinen signifikanten Unterschied in ihrer Persönlichkeit.

Besser wäre es, mit einem Hundetrainer an den Problemen zu arbeiten und die Wurzel des Übels herauszufinden. Warum hat der Chow-Chow diese Unarten entwickelt und wie kannst Du diese wieder loswerden?

Die häufigsten Gründe für eine Kastration bei Rüden:

– Tumorerkrankungen
– Fehlentwicklung eines oder beider Hoden
– Verhaltensauffälligkeiten/Unarten
– Übersteigerter Sexualtrieb
– Hunde beider Geschlechter leben im gleichen Haushalt
– Hormonstörungen

Unliebsame Begleiterscheinungen einer Kastration bei Hündinnen und Rüden können sein:

– Unarten werden nicht ausgemerzt/abgeschwächt, sondern sind nach wie vor erhalten.
– Narkose und Operation bergen immer gewisse Risiken
– Eingesetzte Medikamente haben Nebenwirkungen
– Nachlassender Bewegungsdrang
– Hang zu Übergewicht
– Inkontinenz kann vorkommen
– Plötzliche Neigung zu einer Schilddrüsenunterfunktion
– Haut und Fellveränderungen

Anders als bei Rüden gibt es für Hündinnen tatsächlich einige Vorteile, wenn diese kastriert werden:

– Scheinträchtigkeit stellt sich nicht ein
– Vermehrter Pflege- und Hygieneaufwand fällt weg, da keine Läufigkeit mehr eintritt.
– Kein unerwünschter Wurf
– Keine Gebärmuttervereiterung
– Hormonschwankungen werden vermieden
– Keine Eierstock-Tumore
– Prävention von Gesäugetumoren (Nur bei Frühkastration! Spätestens nach der ersten Läufigkeit.).

Doch bedenke: Eine Kastration ist ein operativer Eingriff und sollte nicht durchgeführt werden, nur weil es den Besitzern so bequemer ist oder sie sich davon weniger Arbeit bei der Erziehung oder Umerziehung versprechen. Immer mehr Tierärzte stehen dem Thema sowieso kritisch gegenüber, da mittlerweile Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass speziell bei kastrierten Vierbeinern einige Krankheiten auf dem Vormarsch sind. Dazu zählen Schilddrüsenerkrankungen und diverse Krebsarten. Lass Dich vom Tierarzt beraten und wäge die Vor- und Nachteile gut gegeneinander ab.


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